Weitere Überlegungen

Wirtschaftliches Denken: "Verteilung von Reichtum"
Eine der Hauptkritikpunkte an den freien Markt ist die angeblich „ungerechte“ Einkommensverteilung und die „enormen“ Einkommensunterschiede, die dieses System hervorruft.
Ich hoffe, dass ich Ihnen anhand dieses Artikels einen korrekten Überblick über den freien Markt, dem bis heute gerechtesten wirtschaftlichen System, geben kann.

So wie es auch bei vielen angeborenen Talenten des Menschen der Fall ist, wie zum Beispiel dem Schach spielen, zeichnen, schreiben usw. ist die Fähigkeit Geld zu verdienen sehr spezialisiert, wir gehen jedoch aus irgendeinem seltsamen Grund anders mit ihr um. Niemand beschwert sich, wenn einige wenige besser Schach spielen als andere oder Romane schreiben können, wenn aber einige wenige mehr Geld verdienen als andere, dann wird lauthals kritisiert und gesagt, dass dies schlecht und ungerecht sei.
Warum ist das so? Das Muster der Vielfalt scheint nicht anders zu sein als das von anderen Fähigkeiten. Weshalb reagieren die Menschen so stark, wenn es sich bei der Fähigkeit, um Geld verdienen handelt?

Ich glaube es gibt drei Gründe, weshalb wir, wenn es ums Geld verdienen geht, anders reagieren:

- Das irreführende Modell des Reichtums, das wir bereits in unserer Kindheit lernen.
- Der schlechte Ruf, wie bis vor kurzem Unsummen an Geld erwirtschaftet wurden.
- Die Besorgnis, dass die großen Einkommensunterschiede schlecht für die Gesellschaft sein könnten.

Soweit ich es verstehe, ist der erste Punkt falsch, der Zweite nicht mehr aktuell und der Dritte erfahrungsgemäß auch nicht richtig. Könnte es sein, dass in einer modernen Demokratie, Einkommensunterschiede wirklich ein Zeichen für Gesundheit darstellen?

- Das irreführende Modell des Reichtums, das wir bereits in unserer Kindheit lernen.

Woher kommt Reichtum? Fällt er wie Regen vom Himmel?
Die Antwort ist sehr einfach, er wird von Menschen geschaffen. Es ist offensichtlich, dass der Reichtum der Welt sich nicht wie eine Torte in Portionen teilen lässt. Wenn wir mehr Reichtum möchten, dann müssen wir selbst etwas dafür tun. Und da die Fähigkeit und der Wunsch ihn zu schaffen von Mensch zu Mensch variieren, wird er nicht gleichmäßig erzeugt.
Wir werden dafür bezahlt, dass wir etwas tun, was andere Menschen wollen, und diejenigen die mehr Geld verdienen sind ganz einfach besser darin dies zu tun. Die großen Sterne Hollywoods verdienen viel mehr Geld als normale Seriendarsteller, Unternehmer verdienen in der Regel auch mehr als Arbeiter.
Das zu machen, was Menschen wollen ist selbstverständlich nicht die einzige Form Geld zu verdienen. Wir können auch Banken ausrauben, jemanden bestechen oder ein Monopol schaffen. Diese Methoden tragen ein wenig zur Verteilung des Reichtums bei und so wurden auch einige der größten Privatvermögen geschaffen, sie sind jedoch nicht die Hauptursache für die Einkommensunterschiede. Der Hauptgrund der Einkommensunterschiede ist der gleiche wie bei den Unterschieden, die zwischen den anderen menschlichen Fähigkeiten herrschen.
Es liegt nicht in der Hand der Politik, den materiellen Wert der Arbeit einer Person festzulegen. Dies bestimmt allein der Markt. Kann es aber sein, dass jemand (Sportler, Unternehmer, Schauspieler usw.) so viel wert ist wie Hunderte von uns? Es kommt darauf an, was wir unter „wert sein“ verstehen.

Wenn wir uns darauf beziehen, dass die Menschen für ihre Fähigkeiten bezahlen würden, dann lautet die Antwort ja.

Kaum jemand kann argumentieren, dass die Gehälter von beispielweise Fußballspielern der ersten Liga, nicht von Angebot und Nachfrage bestimmt werden.
Es kann einem am Anfang schon seltsam vorkommen, dass eine einzige Person so viel mehr Reichtum erzeugen kann als jemand anderes, der Schlüssel dieses Rätsels liegt jedoch darin, sich die Angelegenheit genauer anzusehen, denn sind diese Menschen wirklich 100 Mal so viel wert wie wir? Würde ein Fußballverein einen seiner Spieler für 100 beliebig andere Menschen eintauschen?

Was sagen wir da eigentlich, wenn wir behaupten, dass eine Arbeit viel zu gut bezahlt ist und eine andere viel zu schlecht? In einem freien Markt werden die Preise durch die Käufer bestimmt. Die Menschen bevorzugen Fußball der Poesie und somit verdienen Fußballer mehr Geld als Dichter. Wenn jemand behauptet, dass eine bestimmte Arbeit schlecht bezahlt wird, dann sagt er gleichzeitig, dass die Menschen die verkehrten Dinge wollen. Und es ist tatsächlich so, dass die Menschen verkehrte Dinge wollen. Es ist komisch, dass uns dies überrascht. Und es ist noch komischer zu behaupten, dass es ungerecht sei, dass einige Arbeiten schlechter bezahlt werden als andere. Man drückt nämlich damit aus, dass es ungerecht ist, dass die Menschen die verkehrten Dinge möchten. Es ist bedauerlich, dass die Menschen Reality Shows und Hotdogs, der Literatur von Shakespeare und gegartem Gemüse bevorzugen, aber ist das wirklich ungerecht?
Ungerecht wäre es die Menschen zu zwingen etwas Bestimmtes zu tun, ihnen unseren Willen aufzudrängen und ihnen vorzuschreiben was sie tun oder lassen sollen. Wir werden zu dem Entschluss kommen, dass die Verteilung von Reichtum ungleich ist, aber kaum ungerecht.

- Der schlechte Ruf über die Art und Weise, wir bis vor kurzem Unsummen an Geld erwirtschaftet wurden.

Mit dem Aufstieg der Mittelschicht hörte der Reichtum auf ein Nullsummenspiel zu sein. Bill Gates hat uns nicht arm gemacht, um selbst reich zu werden. Vielmehr das Gegenteil, er hat Dinge geschaffen, die unser Leben materiell bereichern. Nur einige wenige Länder (und es ist kein Zufall, dass es die Reichsten sind) haben diese Phase erreicht. In den meisten Fällen steht Korruption an der Tagesordnung. Oftmals ist der schnellste Weg an Reichtum zu gelangen, ihn zu stehlen. Und wenn wir beobachten können, dass innerhalb eines Industriestaates die Einkommensunterschiede wachsen, dann sorgt man sich eher, da dies die Gefahr in sich birgt, sich wie es in Venezuela der Fall ist zurückzuentwickeln. Ich glaube, dass das was wir sehen das Gegenteil ist: Ein Land, das sich strikt nach vorne bewegt, um sich von Venezuela zu entfernen.

Es ist nicht möglich eine Gesellschaft zu haben, die immer mehr Wohlstand erreicht, ohne dass sich die Einkommensunterschiede erhöhen. Würden die Menschen Reichtum schaffen, wenn sie nicht dafür belohnt werden würden?
Nur wenn es Spaß machen würde. Die Menschen würden vielleicht kostenlose Betriebssysteme schreiben, sie würden sie jedoch weder installieren, keinen Kundenservice anbieten noch den Kunden zeigen, wie sie funktionieren. Und mindestens 90% der gesamten Arbeit, die von den technisch fortschrittlichsten Unternehmen ausgeführt wird, würde auf diese Weise unattraktiv sein.

- Die Besorgnis, dass die großen Einkommensunterschiede schlecht für die Gesellschaft sein könnten

Wenn wir Einkommensunterschiede aufheben, indem wir Privatvermögen wie es die Feudalherren taten stählen oder wie einige moderne Regierungen es mittels hoher Steuereinnahmen getan haben, scheinen die Resultate immer gleich zu sein. Die gesamte Gesellschaft wird ärmer.
Wir brauchen reiche Menschen in unserer Gesellschaft nicht nur weil sie durch ihren erhöhten Konsum Arbeitsplätze schaffen, sondern auch für ihren erbrachten Einsatz, um an Reichtum zu gelangen. Ich beziehe mich nicht auf den Trickle-down-Effekt. Ich sage auch nicht, dass Henry Ford uns auf seinem nächsten Fest als Kellner einstellen würde, wenn wir ihn reich werden lassen würden. Ich sage damit, dass er dann für uns einen Traktor herstellt, um unser Pferd zu ersetzen.

Fortsetzung folgt…
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Kommentare zu diesem Artikel:

In Bezug auf die These, dass man diejenigen kritisiert, die die Fähigkeit haben mehr Geld zu verdienen als andere, liegt die Ungerechtigkeit nicht darin, dass sie diese Fähigkeit haben, sondern an der Wichtigkeit, die man dem Geld zuschreibt. Jemanden beim Schach zu schlagen oder überdurchschnittlich singen zu können, hat nicht die gleichen Vorteile wie mehr Geld zu verdienen als andere und genau darin liegt die Ungerechtigkeit.

Bezüglich viel zu gut bezahlten Jobs. Es tut mir leid, egal wie ich es auch hindrehe, ich kann nicht damit einverstanden sein, dass einige Menschen für die gleichen Arbeitsstunden 100 Mal mehr verdienen als andere. Ich glaube vielmehr, dass sich da etwas aufbläht (sowie sich auch viele andere Dinge aufgebläht haben, siehe die aktuelle Wirtschaftskrise), dass in Wirklichkeit nicht so viel wert ist. Ein Fußballspieler oder ein Manager würde auch weiterhin sehr gut leben, wenn er nur zehn Mal mehr verdienen würde als der Durchschnitt und er würde seine Arbeit weiterhin so erledigen wie jetzt (logischerweise müssten wir erst alle Fußballspieler und Manager loswerden, die wir „schlecht erzogen“ haben, da diese unter diesen Umständen nicht arbeiten wollen würden). Der Punkt, an den wir angelangt sind, ist offensichtlich nicht nachhaltig und ungerecht.

Sie sagen, dass es bedauerlich ist, dass die Menschen an Sachen mit schlechter Qualität Gefallen finden, aber dies nicht ungerecht sei. Ich glaube, dass es einige Menschen gibt, die von der Schwäche von anderen profitieren, die genau wissen, dass das was sie anbieten schlecht ist und dass es etwas Besseres gibt und trotzdem entscheiden sie sich dafür es anzubieten und schlecht zu sein. Für mich ist das ungerecht und ich finde, dass sie sich diese Menschen nicht gut verhalten. Es ist so wie wenn ein Arzt einem Patienten ein Rezept über ein Medikament ausstellt was dieser möchte, aber ganz genau weiß, dass es nicht helfen oder ihm sogar Schaden zufügen wird.

Die Verteilung von Reichtum ist SEHR ungerecht. Heutzutage entschädigt einzig und allein das Glück, nicht die Mühe, die Ausdauer, die Kraft, die guten Taten, noch etwas von all dem bei dem die Mehrheit von uns glaubt, dass es gerecht und gut sei. Alles hat mit Glück zu tun: In dem richtigen Land und der geeigneten Familie hineingeboren zu werden, die richtigen Freunde und Kontakte zu haben, Glück mit der Arbeit zu haben, mit den Vorgesetzten usw.  Ist dies genau das, was wir wollen?

Würden die Menschen Reichtum schaffen, wenn sie nicht dafür belohnt werden würden?
Kein Mensch spricht davon nicht zu bezahlen, die erbrachte Anstrengung nicht zu entschädigen, ich glaube wir stehen vor einem Problem der Bereitschaft. Wenn man mehr arbeitet, dann verdient man (ein, zwei, drei, vier Mal) soviel. Aber es gibt Fälle, bei denen jemand zwanzig Mal soviel verdient als jemand anderes, der die gleiche Leistung erbringt.

Brauchen wir wohlhabende Menschen in unserer Gesellschaft?
Es gibt verschiedene Arten reich zu werden:
1. stehlen und betrügen
2. mit Anstrengung und viel Glück
3. von Geburt aus
Glauben Sie wirklich, dass uns das was bringt? Die einzige Ausnahme, die ich hier machen würde, sind durch Anstrengung und viel Glück reich gewordenen Menschen, die in der Regel viel Stress und eine lange Zeit durchgehalten haben. Man stellt sich jedoch in diesem Fall die Frage, ob es gerecht ist, dass sie durch einen Glücksfall reich geworden sind. Würde es nicht reichen, dass sie genug Geld besäßen um sorgenfrei zu leben und sich einige Dinge mehr erlauben können?

Fleißige Menschen, große Genies usw. arbeiten nicht für Geld, sie arbeiten weil sie Spaß daran haben und sie werden es weiterhin tun, ob sie dabei reich werden oder nicht (denkt jemand, dass Menschen wie Bill Gates aufhören würden zu arbeiten, wenn sie nicht reich wären). Ich finde es nicht schlecht, dass sie ein wenig mehr Geld besitzen als der Durchschnitt, genug um sich keine finanziellen Sorgen machen zu müssen, um bequem und geräumig leben zu können und sich allein auf das konzentrieren können, was sie gerade tun (schließlich ist es etwas Gutes für die Menschheit).
Ich bin mir sicher, dass es eine Menge Wissenschaftler gibt, die sehr gerne forschen würden, ohne einen Multikonzern im Nacken zu haben.

Die Idee, mit der uns die Oberen (die Reichen) im Zaum halten, ist der Mythos, dass jeder von uns (die Unteren) es nach oben schaffen und mit ihnen verkehren kann (dem einen oder anderen wird der American Dream ein Begriff sein). Es gibt aufjedenfall jemand, der dies geschafft hat, aber das macht es auch nicht gerechter, denn es gibt immer noch zu viele von uns, die sich unten befinden. Sie nutzen unsere Habsucht und unseren Egoismus aus, um uns zu überlisten.



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