Überlegungen
Niemand sagt, dass man ohne etwas glücklich sein kann. Ich nehme an, dass Ihnen die Maslow Pyramide ein Begriff ist. Es gibt Dinge, die notwendig sind und ohne die es sehr schwierig ist (zwar nicht unmöglich, aber fast) glücklich zu sein. Wenn Sie nichts zu Essen haben oder wenn Sie misshandelt werden, dann sind Sie logischerweise unglücklich. Es gibt jedoch künstlich erschaffene Bedürfnisse, wie das Bedürfnis nach einem größeren Auto, einer längeren Reise, einem luxuriöseren Hotel, einer schöneren und teureren Bluse … Vor ein paar Tagen habe ich ein sehr interessantes Video zu diesem Thema gesehen, wenn Sie Zeit haben, empfehle ich Ihnen es sich anzusehen. (video)
Ich weiß nicht, wer behaupten kann, dass ein Mensch, der gerade verhungert oder der gerade misshandelt wird „auf seine Art“ glücklich sein kann, aber ich kann Ihnen versichern, dass Geld allein nicht glücklich macht, obwohl es sehr schwierig ist glücklich zu werden, wenn man die Grundbedürfnisse nicht decken kann (sehen Sie sich die bekannte Pyramide an).
Mir ist klar, dass unsere Mutter Erde so ein Verhalten wie das unsere nicht weltweit ertragen könnte und ich bin mir auch sicher, dass wir solch einen Lebensstil, den wir derzeit führen, nicht benötigen. Wir brauchen nicht mehrere Fahrzeuge, mehrmals im Jahr zu verreisen, nicht so viel zu konsumieren, nicht so viel zu kaufen, wir sollten nicht diese Unmengen an Müll produzieren und wir brauchen auch nicht mehrere Häuser. Es ist unverantwortlich, dass in der Dritten Welt so viele Kinder geboren werden (und die Kirche dies unterstützt), wir verhalten uns jedoch mit unserem Lebensstandard auch nicht besser. Wer auch immer mehr Schuld trägt, wir leben alle in der gleichen Welt, die uns früher oder später dazu zwingen wird damit aufzuhören uns so zu verhalten wie wir es derzeit tun. Wir werden nicht mehr auf unbestimmte Zeit so maßlos Autos und Flugzeuge benutzen, so viel Müll entsorgen, bauen, die natürlichen Ressourcen verbrauchen und all das, was uns die Industrie in den Kopf gesetzt hat, um glücklich zu sein (was ich jedoch sehr bezweifle) tun können.
Es ist in Ordnung (oder auch nicht, aber das tut jetzt nichts zur Sache), dass jeder Einzelne solange er kann das tut was er will, aber er soll wenigstens wissen was er tut. Was soll das, so zu Leben wie Gott und sich dessen nicht bewusst zu sein? Es sind unser Lebensstandard und unser System, die der Dritten Welt keine Chance geben sich zu entwickeln und auch dafür sorgen, dass sich längerfristig nichts daran verändern wird, denn sie gehören nicht dazu und sind der Feind unseres „Way of Life“. Wir sollten uns wenigstens eingestehen, dass dies ungerecht ist, keine moralische Rechtfertigung hat, wir einfach nur Glück hatten und wir nicht schlechter leben möchten, damit es diesen armen Menschen ein wenig besser geht.
Damit will ich jetzt aber nicht sagen, dass ich mein gesamtes Hab und Gut mit Bedürftigen teilen und nicht mehr in unserer Gesellschaft leben möchte. Ich will rein gar nichts an meinem Lebensstil verändern, aber ich weiß, dass ich den Ärmsten Menschen der Welt sehr viel verschulde, da auch ich an ihrer Misere Schuld trage.
Ich halte nichts von der Theorie, dass wir nichts daran verändern können. Alles ist möglich, man muss es nur wirklich wollen und in die Tat umsetzen, wir müssen jedoch bedenken, dass wir gegen die Menschen um uns herum und gegen das System, das uns erhält (oder wie jemand anderes sagen würde, gegen die Matrix ;)) kämpfen werden müssen.
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